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Bewegung lernen

Bewegung macht unsere Leben aus! Wir bewegen uns den ganzen Tag, um von A nach B zu kommen, unser Körper bewegt sich um zu arbeiten, in unserem Körper findet Bewegung statt, damit wir leben können, … Aber wer macht sich Gedanken über die Bewegung selber? Welche Prinzipien liegen der „Bewegung“ zugrunde? Wer versucht seine Bewegung  energetisch und ergonomisch zu optimieren? Erst wenn unser Körper nicht mehr so kann wie er soll, merken wir, wie wichtig Bewegung für uns ist. Erst dann wird uns bewusst, dass wir unseren Körper durch viele „falsche“ Bewegungen, durch falsche Haltung, selber geschwächt und geschädigt haben. Durch eine falsche Haltung können wir z.B. natürliche, innere Bewegungen, also Bewegungen in unserem Körper,  beeinflussen. Wenn wir eine gekrümmte Haltung haben, können z.B. unsere Lungen nicht wirklich effektiv arbeiten. Auf die Dauer Schwächt das wiederum unseren Körper, unsere Haltung verändert sich noch mehr, so dass andere natürliche innere Bewegungen beeinflusst werden. Bei jedem Atemzug Bewegen sich z.B. auch unsere Organe. Werden diese Bewegungen auf die Dauer eingeschränkt, so kann das Krankheit hervorrufen. Ein wichtiger Zweig der Medizin, die Osteopathie, analysiert unter anderem solche innere Bewegungen und versucht Störungen zu beheben.

Das Lernen einer Kampfkunst/Bewegungskunst heißt in erster Linie Bewegungen zu lernen. Natürlich haben all diese Bewegungen eine Bedeutung, aber zuerst muss die Bewegung verinnerlicht werden, so dass sie ohne zu Überlegen ausgeführt werden kann. Erst dann hat unsere Gehirn wieder frei Kapazitäten, um sich mit der Bedeutung/Anwendung der Bewegung zu beschäftigen. Das haben alle Kampfkünste gemeinsam. Die Unterschiede zwischen den Kampfkünsten kommen dann nur durch unterschiedliche Schwerpunktsetzungen. Die Trainingsmethodik kann sich unterscheiden. Einige Kampfkünste legen mehr Wert auf Partnerarbeit, andere auf schnelle oder langsame Bewegungen, einige Systeme favorisieren Hebeltechniken, andere wiederum Tritte. Die Kampfprinzipien können unterschiedlich gewichtet sein, die Arten der Kraftanwendungen  können unterschiedlich sein, … Solche unterschiedlichen Schwerpunkte führen dann zu unterschiedlichen Bewegungen, bzw. Bewegungsrhythmen. Aber eines haben alle Künste gemeinsam:

Die Bewegung und die dazugehörigen Bewegungsprinzipien!

Großmeister Chen Xiaowang sagt dazu:

„10000 Wege, ein Prinzip!“

Viele Kampfkünstler, die sogenannte „äußere“ Kampfkünste trainieren, hören nach 15-20 Jahren oft wieder auf zu trainieren, da der Körper „nicht mehr so richtig mitmacht“ wir früher oder wechseln zu den inneren Kampfkünsten mit der Begründung:

„Da hab ich endlich das gefunden, was ich schon immer gesucht habe!“

Schade ist nur, dass dann zuerst wieder das Lernen der äußeren Bewegung im Vordergrund steht. Der Körper muss sich an neue Bewegungsschemen gewöhnen, obwohl schon vorher 15 Jahre Fleiß, Energie und Ausdauer in das Erlernen anderer äußerer Bewegungen investiert wurde. Was haben die inneren Kampfkünste, dass so viele diesen Bruch in kauf nehmen?

Das Problem bei unserem Körper ist, dass er älter, steifer und gebrechlicher wird. Mit 40 Jahren kann man halt nicht mehr so trainieren wie ein 20 jähriger. Das zu Erkennen frustriert viele. Wo soll dann noch der Sinn der Trainings liegen? 20 Jahre immer das gleiche zu Trainieren wird auch irgendwann langweilig. Natürlich kann man noch eine Schwertform oder noch eine weitere geheime Form lernen, doch wenn man ehrlich ist, unterscheidet die sich dann auch nicht so sehr von den schon gelernten. Warum also weiter trainieren? Die inneren Kampfkünste allerdings stellen die Bewegungsprinzipien in den Vordergrund. Diese sollen erlernt, verstanden und dann immer weiter verfeinert werden. Diese Prinzipien können dann auf alle anderen Bewegungen übertragen werden. Das Training bekommt plötzlich wieder einen neuen Sinn!

Soll das jetzt heißen, dass alle, die eine äußere Kampfkunst lernen, mit 40 zu einer inneren Kampfkunst wechseln müssen?!

Nein, dass kann es nicht wirklich sein! Wenn wir uns mit der Geschichte unseres „äußeren“ Stils beschäftigen, so werden wir problemlos Vorfahren finden, die bis ins hohe Alter trainiert haben und für ihre Kampfstärke berühmt waren. Wie kann das sein? Waren das Ausnahmeathleten? Oder haben Sie einfach irgendwann angefangen ihr Training umzustellen und andere Trainingsziele in den Vordergrund gestellt haben. Jedes Kampfkunstsystem hat, zumindest früher, Übungen die, sich mit den Bewegungsprinzipien beschäftigen. Jedes Kampfkunstsystem spricht vom Qi (chin. Für Energie), Qi fließen lassen usw. Also nichts anderes  als bei den „inneren“ Kampfkünsten! Leider werden diese Übungen kaum noch unterrichtet! Warum? Weil die meisten lieber noch eine weitere Hand oder Waffenform lernen wollen, obwohl sie sowieso nicht alle behalten können. Wer möchte denn wieder zurück zu den Grundübungen?! Wer will überhaupt Grundübungen lernen. Viele möchten doch sofort zu Beginn schon eine Schwertform lernen. Aber mal ehrlich: Wer würde denn beim Skispringen gleich mit der großen Schanze anfangen? Wer schafft ohne Vorbereitung eine Reisenfelge am Reck? Bei allen Sportarten werden Wettkämpfe immer vorbereitet. Wenn man in der nächst höheren Klasse starten will, wird immer wieder an den Grundübungen/Grundhaltungen gefeilt! Nur wer das über sich ergehen lässt, wir irgendwann in Kitzbühel die Streif Schuss ohne zu Stürzen herunterfahren können. Warum sollte das bei den Bewegungen der Kampfkünste anders sein?

Die Idee der „Optimierung“ von Bewegung und Haltung können wir aus dem Leistungssport sehr gut übertragen. Bei dieser Optimierung kann uns eine Strategie aus der Experimentalphysik helfen. Komplexe Probleme werden dort in kleine, einfachere Teilprobleme zerlegt, die dann durch Messungen analysiert werden. Verbinden wird diese Strategie mit den chinesischen Aspekten von Bewegung und Haltung, so lässt sich unsere Bewegung auf sehr feine, tiefe Weise analysieren und optimieren.

Die Optimierungsziele sind also:

  • Eine Optimierung unter ergonomische Gesichtpunkten,
  • Eine energetische Optimierung.

Die Grundlage dieser Optimierung sind die fundamentalen Bewegungsprinzipien und die Frage, wie wir diese auf unsere „normalen“ Bewegungen anwenden können.

Ein Verfahren zur Bewegungsanalyse

Schritt 1: Komplizierte Bewegungen, z.B. aus einer Form, werden nach eindeutigen Prinzipien in einzelne Bewegungen zerlegt.

Schritt 2: Die einzelnen Bewegungsphasen der zerlegten Bewegung müssen erspürt werden. Es muss gefühlt werden, was sich im Körper während der einzelnen Bewegungsphasen verändert.

Schritt 3: Die einzelnen Bewegungsphasen, die jetzt im kleinen verstanden sind, werden wieder zu der komplizierten, ganzen Bewegung zusammengesetzt.

Je besser und klarer uns dieses Verfahren ist, desto einfacher können wir es auch auf unsere alltäglichen Bewegungen anwenden.

Die Probleme bei diesem Verfahren sind:

  1. Was sind die eindeutigen Prinzipien, nachdem die komplexen Bewegungen zerlegt werden?
  2. Um die Bewegungsphasen in Schritt 2 richtig analysieren zu können, brauchen wir eine „Messmethodik“, an der wir uns selber orientieren und korrigieren können. Da wir allerdings selber das „Messgerät“ sind, müssen wir also die Messpunkte spüren.

Dazu braucht man die 5 Stufen von Körpergefühl und Entspannung, eine Idee von Bewegung und die 3 Stufen des Bewegungslernens:

Bewegung lernen Stufe 1 

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